Migrieren von FileMaker Server zu FileMaker Cloud
Bevor Sie von FileMaker Server zu FileMaker Cloud migrieren, sollten Sie sich mit den Unterschieden hinsichtlich Lizenzmodell, Authentifizierung, Benutzerverwaltung und verfügbaren Funktionen vertraut machen.
Migration planen
Gehen Sie wie folgt vor, um Ihre Migration zu planen und vorzubereiten.
Schritt 1: FileMaker Cloud-Unterschiede verstehen
Es ist wichtig, die folgenden Unterschiede zwischen FileMaker Cloud und FileMaker Server zu verstehen:
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Authentifizierungs- und Lizenzmodell: Um eine FileMaker Cloud-Instanz zu erstellen oder auf von FileMaker Cloud bereitgestellte Apps zuzugreifen, muss jeder Benutzer ein lizenzierter FileMaker Cloud-Benutzer mit einer eindeutigen Claris-ID oder einem Konto bei einem externen Identitätsdienstleister (IdP) sein. (Claris-ID ist ein integriertes Anmeldesystem, das für mehrere Claris-Produkte und -Dienste verwendet wird.) FileMaker Cloud verwendet kein Modell für gleichzeitige Lizenzen.
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Verwalteter Dienst: Bei FileMaker Cloud verwaltet Claris den Server. Sie haben keinen direkten Zugriff auf den Server.
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Plugins: FileMaker Cloud unterstützt keine serverseitigen Plugins.
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SSL-Zertifikate: Ihr FileMaker Cloud-Host verwendet ein eigenes, von Claris verwaltetes SSL-Zertifikat.
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ODBC/JDBC: FileMaker Cloud kann eine Verbindung zu unterstützten externen ODBC-Datenquellen (jedoch nicht zu JDBC-Datenquellen) herstellen. ODBC-Clients, die eine Verbindung zu FileMaker Cloud als Datenquelle herstellen, werden nicht unterstützt.
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Sicherungen: Alle 20 Minuten werden automatische Sicherungen erstellt. Sie können auch manuelle Sicherungen erstellen, jedoch keine Sicherungszeitpläne festlegen.
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FileMaker WebDirect-Startseite: FileMaker WebDirect-Benutzer werden direkt zur FileMaker Cloud WebDirect-Startzentrale weitergeleitet.
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Benutzerverwaltung: Sie müssen Claris Customer Console verwenden, um FileMaker Cloud-Benutzer einzuladen und zu verwalten.
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Custom Web Publishing: FileMaker Cloud unterstützt kein Custom Web Publishing mit PHP oder XML. Verwenden Sie stattdessen die OData API oder die FileMaker Data API.
Schritt 2: Ein Inventar Ihrer aktuellen FileMaker Server-Umgebung erstellen
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Listen Sie alle Ihre bereitgestellten .fmp12-Dateien auf. Notieren Sie die Größe der Dateien und alle Abhängigkeiten.
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Notieren Sie das Verschlüsselungspasswort für jede verschlüsselte Datei und bewahren Sie es an einem sicheren Ort auf.
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Identifizieren Sie alle Benutzer und deren Berechtigungen und dokumentieren Sie, wie sie sich derzeit authentifizieren.
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Dokumentieren Sie serverseitige Zeitpläne und Scripts. Notieren Sie, was diese tun und auf welche externen Ressourcen sie zugreifen.
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Listen Sie alle Plugins auf. Identifizieren Sie, welche Plugins auf Ihrem FileMaker Server installiert sind und von Ihren eigenen Apps verwendet werden.
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Suchen Sie nach externen Datenquellen (ESS, ODBC, JDBC) und notieren Sie, wie diese konfiguriert sind.
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Überprüfen Sie Ihre aktuelle Nutzung und Konfiguration von FileMaker Data API und OData.
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Notieren Sie sich alle eigenen SSL-Zertifikate, die Sie derzeit verwenden.
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Identifizieren Sie alle benutzerdefinierten FileMaker WebDirect-Startseiten.
Schritt 3: Ihren aktuellen FileMaker Server sichern
Führen Sie eine vollständige Sicherung aller Ihrer Datenbanken durch. Siehe Erläuterung von Sicherungsoptionen.
Schritt 4: Eigene Apps auf Kompatibilität mit FileMaker Cloud überprüfen
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Plugins: Wenn Ihre eigenen Apps auf serverseitigen Plugins basieren, suchen Sie nach alternativen Integrationslösungen.
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Containerdaten: FileMaker Cloud unterstützt nur die sichere Speicherung von extern gespeicherten Containerdaten. Wenn Sie Containerfelder für offenen Speicher konfiguriert haben, müssen Sie die Containerdaten mit Hilfe von FileMaker Pro in sicheren Speicher übertragen. Siehe Übertragen von Containerdaten.
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Serverseitige Scripts: Überprüfen Sie alle serverseitigen Scripts. Scriptschritte, die mit dem Betriebssystem interagieren, schlagen wahrscheinlich fehl oder müssen geändert werden.
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Externe Datenquellen: Stellen Sie sicher, dass auf Ihre externen Datenquellen von FileMaker Cloud aus zugegriffen werden kann. Möglicherweise müssen Sie Firewall-Regeln oder VPNs für Ihre externen Datenbanken konfigurieren.
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Dateiverweise: Aktualisieren Sie alle fest kodierten Dateipfade innerhalb Ihrer eigenen Apps, die auf lokale Serverressourcen verweisen.
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CLI-Befehle: Die
fmsadminCommand Line Interface (CLI)-Befehle werden in FileMaker Cloud nicht unterstützt. Wenn Sie den Scriptschritt „Script auf Server ausführen“ mit einemfmsadmin-Befehl in Ihrem Script ausführen, sehen Sie ggf. den FileMaker-Fehlercode 812, „Kapazität des Hosts überschritten“.
Schritt 5: Optimalen Zeitpunkt für die Migration wählen
Bestimmen Sie den besten Zeitpunkt für die Migration, um die Auswirkungen auf die Benutzer zu minimieren. Kommunizieren Sie dies klar und deutlich an alle Beteiligten.
FileMaker Cloud einrichten und Benutzer hinzufügen
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Einrichten von FileMaker Cloud.
Melden Sie sich mit Ihrer Claris-ID bei der Claris Customer Console (console.claris.com) an und richten Sie dann Ihre FileMaker Cloud-Instanz ein. Siehe Einrichten von FileMaker Cloud.
Claris Customer Console ist eine Web-Anwendung für die Arbeit mit eigenen FileMaker-Apps, die von Claris FileMaker Cloud bereitgestellt werden, sowie für die Verwaltung von FileMaker Cloud-Teams. Mit dieser Konsole können Sie auch Claris-ID Konten, Benutzer, Gruppen, Hosts, Einstellungen und FileMaker Cloud-Abonnements verwalten.
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Richten Sie bei Bedarf die Authentifizierung mit einem externen IdP ein, damit sich Benutzer mit diesem Anbieterkonto anstelle der Claris-ID anmelden können.
Siehe Verwenden eines externen Identitätsdienstleisters für die Authentifizierung von Claris-ID Konten.
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Laden Sie Benutzer in Ihr FileMaker Cloud-Team ein.
Verwenden Sie Claris Customer Console, um Benutzer in Ihr FileMaker Cloud-Team einzuladen. Wenn sie noch keine Claris-ID haben, werden sie aufgefordert, eine zu erstellen. Siehe Einladen von Benutzern in ein Team.
Sie können auch Gruppen erstellen, um Claris-ID Konten in Ihrem Team zu organisieren und Claris-ID Benutzern in jeder Gruppe die gleichen Zugriffsrechte auf Teamressourcen zu gewähren. Siehe Erstellen oder Ändern einer Gruppe.
Eigene Apps in FileMaker Cloud migrieren
Um Ihre eigenen Apps zu migrieren, müssen Sie Ihre Datenbanken von FileMaker Server herunterladen und sie dann mit FileMaker Pro auf Ihren FileMaker Cloud-Host hochladen.
Hinweis Sie müssen über ein Claris-ID Konto verfügen und Teammanager sein, um eine Datenbankdatei hochzuladen.
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Erstellen Sie in FileMaker Pro Kontozugriffseinträge, die Benutzer über den Claris-ID Identitätsdienstleister oder den externen Identitätsdienstleister (IdP) für jede hochzuladende Datenbank authentifizieren. Siehe Erstellen und Bearbeiten des Kontozugriffs.
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Schließen Sie in FileMaker Server Admin Console die Datenbanken, die Sie herunterladen möchten, um Datenbeschädigungen zu vermeiden und sicherzustellen, dass Sie die neuesten Daten erhalten. Weitere Informationen finden Sie unter Schließen bereitgestellter Dateien.
Sie können FileMaker Server Admin Console verwenden, um vorab Warnmeldungen an verbundene Clients zu senden. Siehe Senden von Meldungen an Clients einer bereitgestellten Datenbank.
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Laden Sie in FileMaker Server Admin Console die Datenbanken auf ein lokales Ziel herunter. Siehe Herunterladen von Datenbankdateien.
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Laden Sie in FileMaker Pro die Datenbanken in FileMaker Cloud hoch. Siehe Hochladen, Verschlüsseln und Öffnen von Datenbankdateien.
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Verwenden Sie FileMaker Cloud Admin Console, um das FileMaker Data API und OData zu konfigurieren und bei Bedarf externe ODBC-Datenquellen einzurichten. Siehe Verwalten von Konnektoren.
Hinweise
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Wenn Sie eine unverschlüsselte eigene App hochladen, verschlüsselt FileMaker Cloud die App automatisch und erstellt ein Verschlüsselungspasswort. Siehe Über Verschlüsselungspasswörter.
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Wenn Sie eine Datenbank, die externen Speicher für Containerdaten verwendet, von FileMaker Server herunterladen, wird die Verzeichnisstruktur von Datenbank und Containerdaten beibehalten. Wenn Sie dann die Datenbank zu FileMaker Cloud hochladen, werden alle Dateien (einschließlich Containerdaten) zum Standardspeicherziel hochgeladen.
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Wenn Sie in FileMaker Server einen zusätzlichen Datenbankordner für Datenbanken verwenden, der extern gespeicherte Containerdaten enthält, können Sie einen separaten Ordner für diese Containerdaten angeben. FileMaker Cloud lässt das Angeben von Zieldatenbankordnern nicht zu. Alle Dateien werden zum Standardspeicherziel hochgeladen.
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Zur Verwendung der FileMaker Admin API zum Hochladen von Datenbanken, siehe Hochladen eigener Apps in FileMaker Cloud.
Migrierte eigene Apps und Einstellungen testen
Nach der Migration zu FileMaker Cloud sollten Sie Ihre migrierten eigenen Apps, Einstellungen und Konfigurationen überprüfen.
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Anmeldung bei Claris-ID: Testen Sie mit verschiedenen Benutzerkonten (Claris-IDs) und Zugriffsrechten.
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Dateneingabe, -änderung und -löschung: Stellen Sie sicher, dass alle Vorgänge korrekt funktionieren.
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Scripts: Testen Sie alle clientseitigen und serverseitigen Scripts.
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Layouts und Berichte: Verifizieren Sie die Anzeige und den Druck.
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Externe Datenquellen: Bestätigen Sie Verbindungen und Datenabrufe.
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FileMaker WebDirect: Testen Sie den Zugriff und die Funktionalität mit einem Webbrowser.
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FileMaker Data API und OData: Vergewissern Sie sich, dass alle Ihre Integrationen funktionieren.